LÄUFT?

 

Junge Erwachsene in prekären Lebenslagen –
Lösungsansätze zur beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe durch niedrigschwellige, sozialräumliche Unterstützung

Programm

Die Bedeutung von niedrigschwelligen und sozialräumlichen Ansätzen bei der Integration von jungen Erwachsenen in Arbeit, Ausbildung und Qualifizierung standen im Focus der Fachveranstaltung von Jugend Aktiv Plus am 05.12.2018 in der Lawaetz-Stiftung.

Dr. Andreas Oehme erläuterte zunächst die Prinzipien der Niedrigschwelligkeit, die unter anderem eine akzeptierende und wertschätzende Grundhaltung gegenüber den Jungerwachsenen beinhalten sowie Zugangswege transparent und barrierefrei zu gestalten.

Vortrag:Dr. A. Oehme

 

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Dr. Andreas Oehme, Universität Hildesheim

Übergänge in den Beruf seien heute weniger lineare Übergänge sondern sie seien viel mehr durch reversible und fragmentierte Suchbewegungen gekennzeichnet, sog. Jojo Übergänge, d.h. Abbrüche, Auszug vom und Wiedereinzug in das Elternhaus etc. So lag der durchschnittliche Beginn einer beruflichen Ausbildung 2014 bei 19,7 Jahren; und 25 % der Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst, die teilweise anderweitig fortgesetzt. Auch im Hochschulbereich liegt die Abbruchquote bei 30 %.

Insgesamt sei im Bildungsbereich eine „Verarbeitlichung“ zu konstatieren, die mehr Druck und Reglementierung bedeuten. Auf der anderen Seite befinden sich gerade die Adressat/-innen der niedrigschwelligen Angebote oft in komplexen, schwierigen, stigmatisierten, „entkoppelten“ Lebenslagen. Aber gerade auf ihnen lastet häufig ein erhöhter Druck zur Selbständigkeit.

Mit Blick auf „Teilhabe“ bedeuten „Zugang zu Strukturen“ nicht immer wirkliche Teilhabe. Teilhabe beinhalte sich in Strukturen einbringen und über seine eigenen Belange selbst entscheiden zu können. Dies betreffe insbesondere auch die Bereiche Arbeit, Ausbildung und Qualifikation.

In räumlicher Hinsicht sollte der Sozialraum auch aus Sicht der jungen Menschen verstanden und betrachtet werden. Hier gelte es Schwellen abzusenken, was bedeutet das Prinzip Niedrigschwelligkeit in die Übergangsstrukturen zu bringen: Niedrigschwellige Projekte sollten Teil der „regulären“ Strukturen sein und reguläre Strukturen bräuchten Niedrigschwelligkeit!

Dr. Bernhard Crasmöller, BASFI, würdigte Eingangs die erfolgreiche Arbeit des Projektes und die gute Zusammenarbeit der einzelnen Akteure sowohl innerhalb der Bezirke als auch auf überbezirklicher Ebene.

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Dr. Bernhard Crasmöller, BASFI   

 

Zur Veranschaulichung der Thematik „niedrigschwellige Jugendsozialarbeit“, diente ein Filmbeitrag des Berliner Trägers Gangway sowie Fallbeispiele von Trägern des Projektes Jugend Aktiv Plus. Ursachen für Erfolg und Misserfolg bei der Integration von jungen Menschen in prekären Lebenslagen konnten hierbei praxisnah aufgezeigt werden.

 

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Britt Götzke, IN VIA Hamburg e.V. und Ingo Feistner, Internationaler Bund Hamburg e.V. 

 

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Fallbeispiel Jugend Aktiv Plus 

Die rund 70 Teilnehmenden aus Jugendhilfe, Arbeitsmarktintegration, Behörden und Unternehmen diskutierten abschließend mögliche Lösungsansätze und Teilhabechancen von jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen in Kleingruppen.

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Kleingruppenarbeit  und   Ergebnisse der Kleingruppen

 

Für den leckeren Kuchen sorgte die Produktionsschule der BI Beruf und Integration Elbinseln gGmbH.

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Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Ihr Kommen und Ihre Mitarbeit!

Runhild Mehrkens, Sieglinde Ritz, Katrin Triebl

Projektleitung Jugend Aktiv Plus

  Fotos: Copyright Eva Häberle

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